Die Linzer Elektrizitäts-, Fernwärme- und Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft (ESG) ist zu 100 % im Eigentum der Stadt Linz.Die ESG-Fernwärmeversorgung ist der führende Fernwärmeversorger im Stadtgebiet von Linz und hält einen Marktanteil am Niedertemperatur-Energiemarkt von Linz in Höhe von ca. 31 %. Weitere wesentliche Energieversorger sind die SBL als Gaslieferant und die Österr. Fernheizwerk GesmbH.
Im Versorgungsbereich des ESG-Fernwärmenetzes ist noch ein gewisses Potential an Ölfeuerungen, die auf Fernwärme umgestellt werden können, vorhanden. Die mit Einzelöfen ausgestatteten Wohnungen ergeben jedoch ein weitaus größeres Potential, weshalb die ESG diesen Markt auch besonders intensiv bearbeitet. Beim Nachinstallationsprojekt Franckviertel konnte bis 1995 eine Beteiligung von 65,1 % erreicht werden.
FERNWÄRME
Bis zum Jahr 2001 ist geplant, 13.000 Einzelfeuerungen im übrigen Stadtgebiet von Linz auf Fernwärme umzustellen. Dabei fördert die Stadt Linz die Umstellung mittels eines Barmittelzuschusses in Höhe von S 10.000,-- bis S 20.000,-- je nach Haushaltsnettoeinkommen und die OÖ. Landesregierung mit einem Annuitätenzuschuß von bisher 35 % und ab 01.04.1996 25 %. Bis Ende 1995 wurden rund 570 Wohnungen von Einzelfeuerungen auf Fernwärme umgerüstet.Die Energieerzeugung erfolgt zum Großteil in den Fernheizkraftwerken der ESG. Ein Teil der Wärme wird aus dem Kraftwerk der VOEST in das Fernwärmenetz eingespeist. Seit September 1993 ist das GuD-Heizkraftwerk Süd mit einer thermischen Leistung von 110 MW in Betrieb. Die in den letzten Jahren angeschlossenen neuen Kunden und die erwartete und vertraglich teilweise schon gesicherte Anschlußwertzunahme in den nächsten Jahren machen einen weiteren Ausbau der Kraftwerkskapazitäten erforderlich. Eine dritte Gasturbine soll daher ab Herbst 1997 in Betrieb gehen. Die Heizwerke in Dornach und Kleinmünchen dienen als Reserveanlagen bei Leitungsausfall und zur Spitzenabdeckung an extrem kalten Tagen.
Die Versorgungs- und Verkaufsschwerpunkte waren bisher öffentliche Gebäude, Gewerbe- und Industrieanlagen sowie neuerrichtete Wohnhausanlagen im Stadtgebiet. Der neue Verkaufsschwerpunkt sind die von Einzelöfen auf Zentralheizung mit Fernwärmeanschluß umzurüstenden Wohnhausanlagen sowie gasbefeuerten Anlagen.
Biomasse - Fernwärmeversorgung Grein
Als erstes Fernwärmeprojekt außerhalb des Versorgungsbereiches Linz wird von der ESG eine Biomasse-Anlage einschließlich Verteilnetz in Grein an der Donau abgewickelt. DER ESG obliegt dabei die Planung und das Projektmanagement. Die Inbetriebnahme war im November 1995. Im Endausbau sollen ca. 375 Objekte, mit einem Gesamtanschlußwert von rund 8.400 kW, über ein Verteilnetz von ca. 10 km, versorgt werden. Die Gesamtinvestition beträgt ca. S 60 Mio. Für dieses Projekt wurde eine Gesellschaft gegründet, bei welcher die bäuerliche Genossenschaft mit 51 %, die Stadtgemeinde Grein mit 29 % und die ESG mit 20 % beteiligt sind.