Die Fernwärmeversorgung der Landeshauptstadt St.Pölten wird bereits seit dem Jahr 1950 von den Stadtwerken St.Pölten wahrgenommen, und es sind rund 40 % aller Haushalte sowie fast alle öffentlichen Gebäude im Versorgungsgebiet angeschlossen. Derzeit beträgt die in St.Pölten installierte Wärmeanschlußleistung ca. 177 MW, die Gesamttrassenlänge 59 km.Wesentliche Impulse erhält der Ausbau des St.Pöltner Fernwärmenetzes derzeit durch die Errichtung des Landhauses mit Kulturbezirk, wofür die Fertigstellung im Laufe des Jahres 1996 geplant ist. Dazu kommen andere institutionelle und privatwirtschaftliche Großbauvorhaben, die im Zusammenhang stehen mit dem Ausbau St.Pöltens zur Landeshauptstadt von Niederösterreich.
Die Energiebereitstellung für die Herstellung von Fernwärme erfolgt aus ökologischen Gründen vorzugsweise aus Erdgas. Heizöl dient aus Versorgungssicherheitsgründen als zweites Standbein.
Mit der EVN wurde 1995 ein Vertrag geschlossen, der ab dem Jahre 1998 den Bezug von Fernwärme aus der Energieversorgungszentrale SALZER in St.Pölten - Stattersdorf erlauben wird.
Durch den mit der EVN abgeschlossenen Kooperationsvertrag konnte eine Entschärfung der Konkurrenzsituation Fernwärme - Erdgas erreicht werden. Durch die Propagierung von Fernwärme- und Erdgasvorzugsgebieten wird versucht, bei der Wärmeversorgung St-Pöltens verstärkt sowohl ökologischen als auch ökonomischen Gesichtspunkten Rechnung zu tragen. Da derzeit in St.Pölten immer noch ein Teil der Fernwärmeabnehmer direkt, das heißt auf der Primärseite mit Fernwärme versorgt werden, läuft derzeit eine Fernwärmeförderaktion zur Umstellung von direkter auf indirekte Fernwärmeversorgung. Die entsprechenden Förderungsmittel kommen vom Land Niederösterreich und der Stadt St.Pölten. Dabei sollen Fernwärmekunden angeregt werden, Umformerstationen einzubauen und damit auf sekundäre Fernwärmeversorgung umzustellen.
Im Sinne eines weiteren Fernwärmeausbaus wird derzeit im Heizkraftwerk Nord der Stadtwerke ein 110 t/h-Dampfkessel errichtet, der Ende 1996 in Betrieb gehen soll. Im Jahr 1994 wurde eine neue Fernwärme-Hauptleitung in DN 450, vom HKW-Nord ausgehend südwärts zum Regierungsviertel bis zu einer entlang der neuen B1a verlegten Ost-West-Leitung in DN 300 verlegt. Diese hat bereits im vergangenen Winter die hydraulischen Verhältnisse im St.Pöltener Fernwärme-Leitungsnetz nicht unwesentlich verbessert.
Die Stadtwerke St.Pölten sind auch weiterhin bemüht, Ölzentral- und Einzelofen-heizungsanlagen im Versorgungsgebiet auf Fernwärme umzustellen sowie eine Verdichtung der Abnehmer im bestehenden Fernwärmeversorgungsgebiet zu erreichen.
Dazu werden vermehrt auch Insellösungen überlegt, wo Blockheizwerke zumindest vorübergehend eine Nahwärmeversorgung übernehmen.