Kurze Eigendarstellung der Einzelnen Wärmeversorgungsunternehmungen

2.3 EVN-Energieversorgung Niederösterreich


Darstellung der Eigentumsverhältnisse

Die EVN - Energie Versorgung Niederösterreich Aktiengesellschaft befindet sich zu 51 % im Eigentum des Landes Niederösterreich und zu 49 % im Streubesitz privater Aktionäre.

Grundsätzliche Darstellung der Situation des Unternehmens

Die EVN beliefert als Energieversorgungsunternehmen in Niederösterreich, dem größten österreichischen Bundesland, rund 800.000 Kunden mit Strom, Gas und Wärme.

Steigerung des Wärmeverkaufs um 74,3 %

Der Wärmeverkauf (Nah- und Fernwärme) lag im Geschäftsjahr 1994/95 mit einem Volumen von 294,2 GWh um 74,3 % über jenem des Vorjahres. Der Anstieg des Fernwärme-Verkaufes um 109,8 % ist vor allem auf die Übernahme bzw. die Inbetriebnahme von Wärmeversorgungen in Baden, Krumbach, Göttlesbrunn, Mank, Zwentendorf und Wr.Neustadt zurückzuführen. Im Nahwärmebereich wirkte sich u.a. der nachhaltige Anlagenzuwachs aus.

Als Brennstoff zur Wärmeerzeugung dient vor allem der umweltfreundliche Primärenergieträger Erdgas, neuerdings verstärkt auch Biomasse.

Wärmeaufbringung

Im Berichtszeitraum stieg die Anzahl der Kundenanlagen im Bereich Wärme um 51,8 % auf 4.685 (VJ: 3.087), wovon 2.890 (VJ: 1.844) auf Nahwärmeanlagen und 1.795 (VJ: 1.243) auf Fernwärmeanlagen entfallen. Ende August 1995 betrug die thermische Engpaßleistung der Wärmeerzeugungsanlagen der EVN bei Fernwärme 151,0 MW und bei Nahwärme 90,2 MW.

Nahwärmeanlagen

Seit 1987 bietet die EVN ihren Kunden die Planung, Errichtung und Betriebsführung von Heizzentralen unter der Bezeichnung "Nahwärmeservice" an. Dieses umfassende Dienstleistungsangebot enthält Lösungen für alle Fragen im Zusammenhang mit der Wärmeerzeugung, -verteilung und -verrechnung. Derzeit werden vorwiegend Wohnhausanlagen sowie kommunale Objekte mit Nahwärme versorgt.

Mit Stichtag 31.8.1995 betreute die EVN 243 Nahwärmeanlagen, um 52 Anlagen mehr als am 31.August 1994. Es ist zu erwarten, daß der weiterhin große Bedarf an Wohnraum auch in den nächsten Jahren diesem Bereich entsprechendes Wachstum bringen wird.

Fernwärmeversorgung Baden

Bereits im Frühjahr 1995 hat die EVN die Fernwärmeversorgung der Stadt Baden übernommen. Das nun zur Ausführung kommende Ausbaukonzept sieht eine sukzessive Erweiterung des bestehenden Fernwärmenetzes vor.

So konnten im Gebiet „Melkergründe" bereits 68 von insgesamt 330 zu versorgenden Wohnungen an das Fernwärmenetz angeschlossen werden.

Hand in Hand mit dem Ausbau des bestehenden Netzes wurde die Modernisierung und Automatisierung des Fernheizwerkes in Angriff genommen.

Die Umbauarbeiten im Fernheizwerk Baden für die Umstellung auf ferngesteuerten Betrieb sind abgeschlossen.

Fernwärmeversorgung Wr. Neustadt

Mit 1. Jänner 1995 hat die EVN den maschinentechnischen Teil des Heizwerkes des Krankenhauses Wr. Neustadt übernommen. Die Planungsarbeiten für eine vollautomatische Betriebsführung und für die Automatisierung des Kesselbetriebes haben begonnen.

Weiters plant die EVN die Errichtung eines etwa sieben km langen Fernwärmenetzes mit einem Anschlußwert von insgesamt rund 38 MW und einem Jahresabsatz von rund 55 GWh.

Fernwärme für Zwentendorf

Mit der Marktgemeinde Zwentendorf besteht seit 1994 ein Vertrag zur Lieferung von Fernwärme aus dem EVN-Block des nahegelegenen Kraftwerkes Dürnrohr.

Dieses Übereinkommen sieht vor, zunächst in fünf Katastralgemeinden ein Fernwärmenetz zu errichten. Von diesen fünf Bauabschnitten wurde die Verlegung der Fernwärmeleitungen für Erpersdorf noch im November 1994 abgeschlossen.

Der zweite Bauabschnitt für Zwentendorf ist fast zur Gänze abgeschlossen, und ab September 1995 wird an der Fernwärmeversorgung der Katastralgemeinde Klein-Schönbichl gearbeitet.

Bis zum Endausbau sollen ca. 10,7 km Ortsversorgungsleitung und 3,9 km Anspeiseleitung verlegt werden. Es wird mit einem jährlichen Wärmeabsatz von ca. 10.400 MWh bei einer Versorgung von ca. 700 Haushalten gerechnet.

Fernwärmeversorgung für die Stadt Krems

Im Mai 1995 wurde mit der Stadt Krems ein zukunftsweisendes Wärme-versorgungsübereinkommen abgeschlossen. Dieses Übereinkommen sieht die Errichtung eines ausgedehnten Fernwärmenetzes vor. In weiterer Folge soll die Wärmeversorgung über eine 8 km lange Transportleitung aus dem Wärmekraftwerk Theiß erfolgen, in dem im Zuge der Modernisierung der Anlagen die Möglichkeit zur Auskopplung von Fernwärme geschaffen wird.

Neben Krems werden dann auch die Gemeinden Gedersdorf und Grunddorf mit Fernwärme aus dem Kraftwerk Theiß versorgt werden. Insgesamt ist die Errichtung eines Rohrleitungsnetzes mit einer Trassenlänge von rund 25 km Länge geplant. Der gesamte Anschlußwert beträgt im Endausbau rund 55 MW.

Wärme aus Biomasse

Ein wesentlicher Aspekt der Fernwärmeaktivitäten der EVN ist, daß durch die verstärkte Nutzung von Nah- und Fernwärme zur Energieversorgung Schadstoffemissionen aus dem Hausbrand drastisch verringert werden können. Die EVN bemüht sich dabei auch im besonderen um eine entsprechende Nutzung von Biomasse zur Fernwärmeversorgung.

Mittlerweile betreibt die EVN bereits fünf derartige Anlagen im Krumbach, Mank, Zillingdorf, Gedersdorf und Göttlesbrunn.

Im Oktober 1994 übernahm die EVN von der Fernwärmegenossenschaft Göttlesbrunn ein ca. 4,7 km langes Fernwärmenetz. Der Gesamtanschluß aller Haushalte beträgt 2.785 kW. Die EVN betreibt das Wärmeverteilnetz, während die Genossenschaft Eigentümer und Betreiber des Biomasseheizwerkes bleibt. Die regeltechnische Optimierung zur Wirkungsgradverbesserung in den Wärmeübergabestationen der Kundenanlagen wird bis zum Beginn der Heizperiode 1995/1996 abgeschlossen sein.

Biomasseprojekt Mank

Das Fernwärmenetz Mank, die vierte von der EVN auf Biomasse-Basis betriebene Wärmeversorgungsanlage, wurde am 10.Juni 1995 offiziell in Betrieb genommen. Das neuerrichtete Biomasseheizwerk weist eine installierte Leistung von 1.500 kW auf. Die Länge dieses Fernwärmenetzes beträgt 4 km. Seit Ende Juli 1995 wird auch das Landespensionistenheim mit umweltfreundlicher Fernwärme aus Biomasse versorgt. Der weitere Ausbau des Fernwärmenetzes ist geplant.

Biomasseprojekt Gedersdorf

Auf dem Gelände des Holzwerkes Soukup wurde ein 2,5-MW-Biomassekessel errichtet. Die offizielle Inbetriebnahme fand am 12.April 1996 statt. Aus diesem Heizwerk werden die Ortschaften Gedersdorf, Brunn im Felde, Stratzdorf, Schlickendorf, Grunddorf und Donaudorf versorgt.

Als Spitzenlastabdeckung und Ausfallreserve ist ein 2 MW-Ölkessel installiert. Im Endausbau sollen ca. 3 MW Wärme abgesetzt werden.

Ab dem Jahre 1999 sollen die o.g. Gemeinden mit Fernwärme aus dem Kraftwerk Theiß versorgt werden.


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