Im Jahre 1963 wurde aufgrund einer gemeinsamen Initiative der STEWAG und Grazer Stadtwerke AG in Graz eine Fernwärmeversorgung aufgebaut, welche vom Fernheizkraftwerk in der Puchstraße versorgt wurde.Im Jahr 1965 betrug die Trassenlänge 36,8 km, der Verrechnungsanschlußwert 51,4 MW.
1975 waren bei einer Netzlänge von 47,8 km 142,3 MW angeschlossen. Bis zum Jahr 1983 wurde die FW-Versorgung kontinuierlich erweitert und die damalige Netzlänge betrug 64,7 km, bei einem Verrechnungsanschluß von 246,7 MW und einer Wärmeabgabe von 335,4 GWh.
Zwischen 1984-1989 wurde in Graz mit einem Investitionsvolumen von 300 Mio. S der Ausbau der FW stark forciert. Neben anderen Hauptversorgungsleitungen wurden in diesem Zeitraum die Leitungen in "Graz Mitte" und die "Osttangente" gebaut.
Die Gesamttrassenlänge beträgt 230 km. Die größte Rohrdimension DN 600 wurde in Mantelrohrbauweise verlegt. Der Anteil von vorisolierten Rohren beträgt heute über 71% der Gesamttrassenlänge.
Die Betriebsfahrweise ist gleitend nach Außentemperatur zwischen 70° C und 120°C, wobei im Sommer das Netz nicht abgestellt wird. Der Betriebsdruck liegt bei max. 10 bar. Der vertragliche Verrechnungsanschlußwert beträgt 431 MW, davon sind derzeit 424,7 MW betriebsbereit angeschlossen. Die Reduzierung des
gesamten Verrechnungsanschlußwertes erfolgte aufgrund von Anschluß-wertkorrekturen. Die Wärmeabgabe an die Verbraucher liegt bei 619 GWh.
Der Wärmebezug von 693,3 GWh wird mit 87% aus der Kraft-Wärme-Kopplung abgedeckt und der Rest aus Spitzenlastkessel.
Von den 3.051 Wärmelieferungsverträgen entfallen 2.831 Verträge auf private Abnehmer bei einer Wärmeabgabe von 60% und 220 Verträge auf öffentliche Körperschaften. Gewerbe, Industrie und Bürogebäude bei einer Wärmeabgabe von 40% des gesamten Verbrauches.
Der durchschnittliche spezifische Verbrauch liegt im Einfamilienhaus pro Jahr bei 160 kWh/m² und im Geschoßbau bei 110 kWh/m².
Die max. Wärmeleistung von 262 MW wurde am 29.12.1995 abgegeben. Derzeit gibt es 2 Übernahmestellen aus der FW-Leitung Mellach-Graz. Eine davon befindet sich in der Puchstraße, die zweite bei der Puntigamerbrücke im Süden von Graz.
Durch die Smogsituation im Winter 1988/89 wurde ein Förderungspaket erstellt, an dem sich das Land Steiermark, die Stadt Graz und die Grazer Stadtwerke AG beteiligen. Dieses Förderungspaket wurde bis Ende 1996 verlängert.
Die Bereitstellung der FW im Versorgungsgebiet der Grazer Stadtwerke AG ist ganzjährig, d.h. der Abnehmer kann an kalten Tagen auch während der Sommermonate seine Heizanlage problemlos in Betrieb nehmen.